NEROMAN 2008
Daten
Datum: 27.04.2008
Ort: Neroberg Wiesbaden
Typ: Volkstriathlon
Distanzen: 0,5 - 20 - 5
Witterung: ca. 20 Grad, sonnig, trocken
Link:
LC Olympia
| Schwimmen: | 0:10:16 |
| Radfahren: | 1:03:37 |
| Laufen: | 0:29:13 |
| TOTAL: | 1:43:08 |
Vorbereitung
Ja, dieses Jahr gab es eine Vorbereitung. Nachdem ich 2007 noch sehr naiv in meinen ersten Traithlon gegangen bin, war das 2008 alles ganz anders.
Seit Ende 2007 nenne ich einen i-magic mein eigen, und dieser hat für die Grundlagenausdauer herhalten müssen. Dazu kam jeden Mittwochmorgen, vor der Arbeit, eine kleine Schwimmeinlage. Allerdings hat sich bei mir der Kraulstil nicht durchsetzen können, und ich habe dafür den Bruststil gepflegt. Und zu guter letzt bin ich 2 Wochen vor dem Wettkampf öfter eine kleine Runde gelaufen. Naja, okay, das war nicht das gelbe vom Ei, aber immerhin !
Der Tag vor dem Wettkampf
Keine Aufregung, keine Anspannung, kein Gedanke an den Wettkampf. Immerhin bin ich ja ein alter Hase !!
Gut, mein Rad hätte ich nochmal durchchecken können, aber das kann ich ja auch noch am Wettkampftag machen. Was soll schon dran sein ?!
Wettkampftag - der Morgen
Der Wecker holt mich unsanft aus süßen Träumen. Leicht benommen spüre ich wieder ein Kratzen im Hals. Das kann was werden heute ! Irgendwie will ich so gar nicht wach werden, so gar nicht anlaufen. Aber irgendwann schaffe ich es doch, schlurfe ins Bad, erledige meine Katzenwäsche, packe meinen Rucksack, stecke ein paar Powerriegel ein, bewege mich zum Rad für einen letzten Check (Reifen aufpumpen genügt), und los gehts !
Die Fahrt zum Start ist, wie auch nicht anders zu erwarten, unspektakulär. Die erste Begegnung mit einem Streckenhelfer verläuft freundlich, auf der Strecke sind bereits einige Protagonisten, und ich schlängel mich ein wenig ungelenk am Straßenrand entlang, um keinen der Wettkämpfer zu beeinträchtigen.
Nervosität ? Keine Spur ! Anspannung ? Ach was ! Alles locker, alles easy going !
Wettkampftag - vor dem Start
Mein erster Weg führt mich zur Wechselzone zum Laufen. Natürlich treffe ich dort alte Bekannte. Ein kurzer Plausch vermittelt erste Eindrücke, die ersten Änderungen werden sichtbar (die Laufstrecke wurde geändert), und schon läuft mir Pumuggel aus dem Rennrad-Forum über den Weg. Die Startunterlagen gibt es dieses mal nicht im Tempelchen, sondern am Schwimmbadeingang. *knurr*, also alles wieder runterradeln. Dort angekommen nehme ich die weiße, unauffällige Plastiktüte mit den Startutensilien in Empfang, und schon gehts Richtung Einlaß.
Aha, der nette Herr von letztem Jahr kontrolliert wieder die Helme. Na, dieses Jahr gibt es keine Probleme. Mein Deckel ist neu, da kann nichts passieren ! Und so schlendere ich mit Pumuggel guten Mutes zum ersten Check. Klar, mein Helm paßt wie angegossen. Der Aufkleber am Rad ? Welcher Aufkleber ? Ahja, die Startnummer. Okay, die ist schnell dran, und dann gibt es kein Halten mehr. Ich bin drin ! Das Rad ist schnell abgestellt, die Wechselklamotten adrett trapiert. Jetzt müssen nur noch die Laufschuhe zur Wechselzone.
Dort angekommen läuft mir der dritte Teilnehmer aus dem Forum über den Weg. Peter sucht sich ebenfalls ein optimales Plätzchen für seine Schuhe, gemeinsam gehen wir langsam plaudernd Richtung Schwimmbad. Den Helm-Check überwindet auch er natürlich ohne Probleme, dann in die Wechselzone, kurz umziehen, und schon müssen wir zum "Briefing". Es geht gleich los !
Wettkampftag - jetzt geht's los
Die Wettkampfeinweisung zieht sich ein wenig in die Länge, weil die Gruppe vor uns etwas langsamer ist als gedacht. Egal, auch hier treffe ich wieder einen alten Bekannten, es wird ein wenig geflachst, aber dann gehts endlich los ! Die Gruppen werden eingeteilt, die sexy Badekappen verteilt, und dann gehts ins Becken. *ugh* war das letztes Jahr auch schon so kalt ?

So, jetzt gehts an die Taktik. Letztes Jahr habe ich das Feld erstmal schwimmen lassen, um es dann von hinten aufzurollen. Dieses Jahr soll alles ganz anders werden. Ich werde loslegen wie die Feuerwehr, mir gleich den Spitzenplatz erkämpfen, und dann gemütlich das Schwimmen nach Hause bringen ! Jawoll, so gehts ! Der Starter zählt die Sekunden runter, bei 0 stoße ich mich kräftig vom Beckenrand ab - und schon bekomme ich die ersten Tritte ab. Als Leichtgewicht werde ich peu-a-peu nach hinten durchgereicht, und so beende ich die erste Bahn als 14. von 15 Startern. Hmm... das war eigentlich anders gedacht. Egal, auf Bahn 2 kassiere ich bereits die ersten Schwimmer ein, auf Bahn 3 muß ich fast bis an den Beckenrand ausweichen, um eine größere Gruppe zu überholen, auf Bahn 4 komme ich an die Spitze des Feldes heran, auf Bahn 5 bin ich bereits Dritter. An der Wendemarke dränge ich gekonnt einen Teilnehmer ab, und bin schon zweiter. Auf Bahn 6 bekomme ich die ersten Probleme. Die Boje scheint nicht näher zu kommen... aber die anderen Teilnehmer auch nicht. Also weiter ! Auf Bahn 9 überhole ich den einzigen Krauler im Feld und erreiche die Wendemarke als erster. Das kann sich der Krauler aber nicht bieten lassen, und so liefern wir uns auf der letzten Bahn ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Zeitgleich erreichen wir den Beckenrand, springen aus dem Becken, werfen die Badekappen in die Walachei und hetzen Richtung Wechselzone.
Wo mag Pumuggel wohl bereits sein ? Sie ist eine gute Schwimmerin und dürfte längst auf der Strecke sein ! Peter habe ich ja überholt. Zu meinem Erstaunen kommen Pumuggel und Peter gemeinsam nach mir die Wiese hinauf. Ich bin also der schnellste ! Leider dauert mein Umziehen etwas, und Pumuggel verläßt als erste die Wechselzone. Sie trägt einen Triathlonanzug, was ihr einen Zeitvorsprung von gut 30 Sekunden bringt. Peter distanziere ich um gute 15 Sekunden. Aber wie auch letztes Jahr heißt es erstmal Körner sparen. Es geht bergauf, und da überzieht man schnell. Steve aus dem Forum feuert mich auf der Radstrecke an, fährt ein Stück mit mir und gibt mir einen zusätzlichen Motivationsschub. Das Rad rollt, die Räder surren, und die Beine fühlen sich gut an. Nach einem Kilometer kann ich Gas geben. Die ersten Wettkämpfer werden von mir eingesammelt. Aber ich muß dran bleiben. Peter dürfte nicht weit hinter mir sein. Das Rad schlingert in einigen Kurven (habe ich etwa einen Platten ?), aber bergab geht es trotzdem halbwegs gut. Bergauf machen die Beine ein wenig Schwierigkeiten, aber das muß wohl so sein. Etwa nach 3/4 der ersten Runde hole ich Pumuggel ein und ziehe vorbei. Es läuft weiter ganz gut, wenn auch der richtige Punch nicht da ist. Der Schlußanstieg der ersten Runde geht im kleinen Gang ganz gut, aber eben langsam. Runde zwei geht schon besser. Allerdings habe ich mit verschiedenen Gängen Probleme. Ich hätte doch zu Hause nochmal die Schaltung checken sollen ! Egal, weiter ! Bergan versuche ich draufzudrücken, bergab lasse ich das Rädchen laufen. Aber die Gänge gehen immer schwerer rein. Am Schlußanstieg geht schließlich nur noch der kleinste Gang ! Und da sehe ich, was los ist: der Schnellverschluß hat sich gelöst, das Hinterrad schlackert in der Gabel, und die Schaltung ist dadurch restlos unpräzise. Die letzten Meter gehen aber auch im ersten Gang. Als ich die Schuhe wechsle, kommt schon Peter, dicht gefolgt von Pumuggel.
Wenn wir schon zu dritt hier sind, dann können wir auch zusammen laufen. Also mache ich langsam, warte die eine Sekunde, bis beide in ihre Schuhe geschlüpft sind, und zu dritt gehen wir auf die Laufrunde. Schon bald melden die Beine "mag nicht mehr", die Waden werden hart, die Oberschenkel fangen an zu brennen. und das jetzt schon ! "Lauf langsamer" raunt mir Pumuggel zu, und ich bleibe einfach bei ihr, passe mich ihrem Tempo an. Allerdings geht die Strecke bergauf, und da machen die Beine irgendwann nicht mit. Ich gehe ein Stück, fange mich und laufe wieder, hole Pumuggel wieder ein, gehe wieder ein Stück, und fange wieder an zu laufen. Als der höchste Punkt erreicht ist, gehts langsam wieder. Peter hat mich zwischenzeitlich eingeholt, und gemeinsam laufen wir ein ruhiges Tempo. Pumuggel ist ca. 50 Meter vor uns, und so stark ich mich auch bemühe, sie ist nicht einzuholen. Muß nicht irgendwann dieses "Runners High" kommen ? Nein, leider nicht. Nur die Waden und Oberschenkel melden sich jetzt öfter. Trotzdem nehme ich mir an Peter ein Beispiel und halte durch, so gut es geht. Irgendwann kommt der letzte Anstieg, die letzte Kuppe. Ab hier geht es fast nur noch bergab. Peter gibt Gas, holt alles aus sich heraus, und ich schaue versuche dranzubleiben. Nebeneinander laufen wir auf die Zielgerade, sehen Pumuggel bereits den Zielstrich passieren. Und dann ist es geschafft: auch Peter und ich halten das grüne Bändchen zum letzten mal über die Zeitnahme und sind am Ziel !
Fazit
Tja, wie wars dieses Jahr ? hmm... schwer zu sagen. Vorgenommen hatte ich mir eine bessere Zeit als 2007. Hat nicht geklappt. Während des Wettkampfes habe ich mich aber wesentlich besser gefühlt. Auch am Tag danach war ich nicht klinisch tot, sondern konnte mich normal bewegen. Also lag es am Biß, am Durchhaltewillen. Das muß besser werden !
Super war auch Steve, der an allen möglich und unmöglichen Stellen auf der Strecke aufgetaucht ist und uns angefeuert hat. Das gab einen zusätzlichen Motivationsschub.
Die Organisation war supergut, die Helfer einfach Klasse. Das Wetter war optimal, und der Triathlon hat rundherum Spaß gemacht. Natürlich musste ich abends gleich im Internet nachschauen, wo der nächste stattfindet...