NEROMAN 2009

Daten

Datum: 26.04.2009
Ort: Neroberg Wiesbaden
Typ: Volkstriathlon
Distanzen: 0,5 - 20 - 5
Witterung: ca. 20 Grad, sonnig, trocken
Link: LC Olympia
 
Schwimmen:0:10:41
Radfahren:1:07:18
Laufen:0:31:25
TOTAL:1:49:24

Vorbereitung

Nunja, über die "Vorbereitung" decke ich lieber den Mantel des Schweigens. Der Winter 2008/2009 ist alles andere als optimal verlaufen, von Regelmäßigkeit keine Spur. Trotzdem, ein bißchen was ging, und die Form sollte nicht allzu schlecht sein. Ein Ziel musste trotzdem gesteckt werden: nur nicht letzter werden ! Und wenn dann noch eine Zeit um die 1:45 rausspringt, dann bin ich ganz zufrieden.
Sorgen bereitet mir nur mein in die Jahre gekommenes MTB. Das Hinterrad hat etwas viel Spiel und dreht sich nicht richtig. Aber ein wenig Öl hier, ein wenig Fett da und viel guter Wille bringen es wieder auf Vordermann.

Der Tag vor dem Wettkampf

Der Tag davor verlief unspektakulär. Es war ein normaler Tag, wie schon die ganze Woche (also komplett ohne Training...). Von Aufregung keine Spur. Eher der Gedanke, ob ich aufgrund der schlechten Form nicht lieber am Rande stehen und die Mitbewerber anfeuern sollte. Aber - soviel Stolz steckt dann doch in mir, daß ich nicht kneife !

Wettkampftag - der Morgen

AARRGGGHHH !! Sch... Wecker ! Was weckt der mich um 8 Uhr !? ICH WILL SCHALFEN !! Zu dem allgemein schlechten Körpergefühl gesellt sich eine verstopfte Nase und leichte Kopfschmerzen. Soll ich nicht doch lieber liegen bleiben, die Decke über den Kopf ziehen und den Neroman Neroman sein lassen ? Nein ! Niemals ! Also kämpfe ich mich mühsam aus dem Bett, schlurfe für eine Katzenwäsche ins Bad (Rasur entfällt konsequent), stopfe ein Brot in mich rein, packe in aller Unlust meinen Rucksack und bewege mich etwas lustlos Richtung Rad. Halt ! Den ein oder anderen Powerriegel sollte ich doch einpacken. Okay, jetzt aber los. Halt ! Wo ist mein Pulsmesser (mein guter alter Garmin Edge 305) ?! Sch... wo habe ich das gute Stück versteckt ?! In aller Eile stelle ich die Wohnung auf den Kopf, ohne fündig zu werden. Ohne den Garmin geht gar nichts ! Der muß doch hier irgendwo sein. Ach - war da nicht was am Wochenende vorher, als mich 3 Platten auf einer RTF völlig entnervt nach einem Chaffeur für nach Hause haben schreien lassen ? Vielleicht ist das gute Stück noch irgendwo im Auto ? Im Kofferraum ist nichts, die Rücksitzbank sieht auch verlassen aus. Mist ! Aber halt, lugt da nicht was zwischen den Sitzen hervor ? Ahhh ! Da ist er ja. Vorsichtig hole ich ihn zwischen den Sitzen hervor und stecke ihn aufs Rad. Einigermaßen beruhigt gehts dann Richtung Start.

Wettkampftag - vor dem Start

Die Anfahrt ist schon fast Routine. Wie immer fahre ich auf Schleichwegen zum Wettkampf, wobei ich ein Stück über die Radstrecke fahre. Wie immer ein kurzer Plausch mit einem Streckenposten. Rad- und Laufstrecken sind die gleichen wie letztes Jahr. Und selbst an der Schwimmstrecke hat sich nichts verändert ;-) Also dann wie immer, hin zum Schwimmbad, Startunterlagen abholen, Rad zum Eingang der Wechselzone bringen und im Schwimmbad erste Eindrücke vom Wettkampf aufnehmen. Viele Teilnehmer sind schon im Becken und kämpfen sich durch die Fluten. Dann gehts Richtung Lauf-Wechselzone, wo meine Schuhe ihr Plätzchen finden und ich schon die erste Mitwettbeweberin treffe. Wiebke platziert ihr Schuhe ebenfalls frühzeitig und gesteht, daß auch bei ihr die Motivation nahe dem Nullpunkt ist. Uff ! Ich bin also nicht der einzige, der sich so mies fühlt...
 
Zurück am Eingang zum Schwimmbad treffen wir die beiden anderen Teilnehmer: Peter und Steve. Peter hat diesmal Zuschauer mitgebracht, die hoffentlich alle kräftig anfeuern. Schließlich kommt auch Speedy als Zuschauer dazu. So eine Gruppe am morgen tut einfach gut. Meine Stimmung hebt sich zusehends, an die Kopfschmerzen und die Unlust verschwende ich keinen Gedanken mehr. Mittlerweile hat sich sowas wie Vorfreude und angenehme Anspannung eingestellt. Na also ! Es geht doch !

Wettkampftag - jetzt geht's los

Die Wettkampfeinweisung ist so wie immer. Ich höre nur mit einem Ohr zu und bin eher mit den Blicken im Becken und den Mitwettbewerbern. Was solls auch neues geben ?
 
Am Beckenrand erkenne ich Heiko, der als "Streckenposten" im Schwimmbad eingeteilt ist. Auch hier lockert ein kurzer Plausch die Stimmung auf. Dann gehts, nachdem wir alle die sexy Badekappen aufgezogen haben, für ein kurzes Anwärmen ins Becken. Oh man ! Warum tut man sich sowas Jahr für Jahr an ? Das Wasser hat gefühlte 5 Grad. Da helfen nur ein paar kurze aber kräftige Schwimmstöße. Schließlich finden sich alle Teilnehmer am Beckenrand wieder. Die Ansage "nur noch 30 Sekunden" läßt alle in Ruhe und Konzentration verharren. Peter ist bei mir in der Gruppe, und ich werfe ihm noch ein aufmunterndes "Gib Gas, Peter !" zu, dann werden schon die letzten Sekunden runtergezählt. Drei...Zwei...Eins...los ! Vor mir spritzen sofort Wasserfontänen auf, die ich 2 Sekunden lang am Beckenrand hängend in mich aufnehme. Was soll ich mich ins Getümmel stürzen ? Ich lasse lieber die ersten ziehen, und schwimme meinen Stil. Ich vermute sowieso, daß sich einige wieder überschätzen, und spätestens nach 3 Bahnen mit ihren Kräften am Ende sind. Dieses Jahr läuft es allerdings nicht so gut wie die Jahre davor. Ich überhole zwar einige Schwimmer, komme aber bei weitem nicht an die Spitze ran. Egal, ich brauche meine Kräfte noch und halte mich lieber zurück. Ein Duell wie letztes Jahr werde ich mir nicht liefern ! Also schwimme ich gemütlich meinen Stil und schlage in einer passablen Zeit an. Ich hätte nicht gedacht, daß ich ohne jegliches Schwimmtraining in etwa die Zeit von 2008 erreichen würde. Stefan, Du hast es einfach drauf ! :-)
 
In der Wechselzone treffen sich Wiebke, Steve, Peter und ich. Wir scheinen alle etwa die gleiche Zeit geschwommen zu haben. Allerdings tragen die 3 Triathlonanzüge, und verlieren so, im Gegensatz zu mir, nicht viel Zeit. Bis ich meine Klamotten endlich an habe, sind gefühlte Stunden vergangen. Natürlich sind Wiebke, Steve und Peter längst auf der Radstrecke verschwunden...
Dann das Radfahren. Irgendwie läuft es nicht richtig. Der Puls geht kaum unter die 170, ich fahre also schon früh auf Kraft. Gang für Gang schalte ich zurück und drehe lieber höher. Mich überholen zwar einige, aber was solls. Die packe ich mir später wieder. Ich gondle wie ein Sonntagsspazierfahrer die ersten Meter der Radstrecke entlang. Mit dem gleichen Tempo ist ein Päarchen unterwegs, die ich allerdings, als es endlich auf den ebenen Teil der asphaltierten Strecke geht, hinter mir lasse. Nachdem ich in den Wald abbiege, habe ich ein schlechtes Gefühl auf dem Hinterrad. Zeitweise schleicht sich bei mir der Verdacht ein, daß mich ein Platten ereilt hätte. Als ich beinahe wieder aus eine Kurve getragen werde, weil mir das Hinterrad ständig wegrutscht, halte ich an, um das Pneu einer kurzen Prüfung zu unterziehen. Es ist nichts zu sehen, der Reifen hat genug Druck und wackelt nicht. Immerhin war ich clever genug, am Anfang einer Abfahrt anzuhalten, so daß ich jetzt bergab wieder schnell auf Tempo komme. Die Spitzkehre am untersten Punkt der Strecke nehme ich aber fast mit Standgeschwindigkeit. So wird das nie was ! Gib Gas Junge ! Oder sollen Dich alle überholen ? Der Geist ist willig, doch die Muskeln sind schwach. Jeder Anstieg ist eine Qual. Ständig habe ich das Gefühl, als würde ich durch Leim fahren, der sich in meine Reifen krallt und mich fast bis zum Stillstand runterbremst. Die erste Runde ist einfach nur eine Tortur. Die Hoffnung, einen aus der Gruppe einzuholen, sind so schnell ad acta gelegt. In der zweiten Runde läuft es ein wenig besser. Die Muskeln scheinen auf Betriebstemperatur gekommen zu sein. Zumindest läuft es jetzt subjektiv gesehen ein wenig besser. Trotzdem, die Zeit aus 2008 zu erreichen ist einfach nur illusorisch. Ich mache schließlich 3 Kreuze, als ich endlich auf den letzten asphaltierten Anstieg zur Wechselzone abbiege und das Rädchen Rädchen sein lassen kann.
 
Die Wechselzone sieht schon ziemlich verlassen aus. Bis ich in meine Schuhe geschlüpft bin, vergehen wieder gefühlte Stunden. Dazu fühlen sich die Waden nach den ersten Laufmetern wie Wackelpudding an. Ich kann mich doch beim Radfahren nicht übernommen haben ?! Der Getränkestand ist dann erstmal mir. Daß ich hier Zeit verliere, weil ich einen Becher nach dem anderen in mich reinstülpe, ist mir völlig egal. Dazu ein Stück Apfel und am nächsten eine Banane quer in den Munde geschoben, dann nehme ich Fahrt auf. Dumm nur, daß man mit vollem Mund kaum richtig atmen kann. Die Banane muß runter - und zwar schnell ! Als mich die Leute am Streckenrand anstarren denke ich fast, sie sehen, wie die Banane quer durch meinen Hals rutscht. Egal - jetzt gibt es nur noch die Laufstrecke und mich.... und eine Läuferin, die mich mit gemächlichem Tempo überholt. AAARRRGGGHHHH ! Nicht schon jetzt ! Ich nehme mir fest vor, dieses mal die komplette Laufstrecke durchzuleufen, ohne Pause, egal wie weh es tut. Die ersten 1000 Meter geht es nur bergauf, und es kostet mich viel Überwindung, nicht schon jetzt in einen schnellen Trab zu verfallen. Doch irgendwie schaffe ich es, krieche mehr als ich laufe den Anstieg hinauf... aber ich laufe, egal wie langsam ! Die Läuferin habe ich mittlerweile einkassiert, und ich nehm es mal vorweg: sie hat mich nicht wieder überholt ! Als ich fast oben bin, kommt mir schon Steve entgegen. "Gib alles, Du schaffst das" ruft er mir noch zu, wir klatschen uns ab, und schon bin ich im Abstieg. Hey, die Beine laufen ja ! Etwas mutiger geworden verschärfe ich leicht das Tempo, hole einen Läufer ein. Dann geht es leicht bergab, um dann wieder in eine kurze Bergaufpassage zu münden. Die fand ich letztes Jahr schon schwer, und auch jetzt tut sie wieder verdammt weh ! Aber, ich schaffe es! Ich komme hinauf, auch getragen durch das heftige Trillern des Streckenpostens. Am letzten Anstieg überholt mich noch eine Läuferin aus der Gruppe nach mir (zumindest deutet die Startnummer darauf hin). Egal, ich werde nicht beißen und mich hier schon totlaufen. Ich lasse sie also ziehen und laufe meinen Stil. Da es fast nur noch bergab geht, ist das auch nicht allzu schwer. Am Ende ist fast noch so etwas wie ein Spurt drin, der die Zeit aber auch nicht mehr wesentlich verbessert. Immerhin gibt er ein gutes Gefühl, alles gegeben zu haben, auch wenn die Gesamtzeit schlechter war als die Jahre davor...

Fazit

Schwer wars und weh getan hats. Aber das muß wohl auch so sein. Trotzdem fühle ich mich nach dem Wettkampf wesentlich besser als die Jahre zuvor. Wenn ich dran belibe, meinen Laufstil noch etwas verbessere und etwas für die Oberschenkel tu, dann sollte nächstes Jahr wieder eine Zeit um die 1:40 drin sein.
 
Schaun mer mal...
 
Die Organisation war, wie jedes Jahr, ausgezeichnet. Auf diesem Wege geht ein großer Dank an die Organisatoren und Helfer. So machen Wettkämpfe einfach Spaß !

 

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